Findet, was niemand sieht
Poren, Lufteinschlüsse und dünn geratene Stellen liegen unter der Sichtbarkeitsgrenze. Die Hochspannungsprüfung zeigt sie zuverlässig an - und zwar punktgenau.

Leistungen
Eine Beschichtung schützt nur dort, wo sie geschlossen ist. Eine einzelne Pore von einem Zehntelmillimeter reicht aus, damit Feuchtigkeit den Stahl darunter erreicht - sehen kann man sie nicht. Mit der Hochspannungs-Porenprüfung machen wir solche Fehlstellen sichtbar, mit einem eigenen Prüfgerät ISOTEST® 4S von ELMED.
Poren, Lufteinschlüsse und dünn geratene Stellen liegen unter der Sichtbarkeitsgrenze. Die Hochspannungsprüfung zeigt sie zuverlässig an - und zwar punktgenau.
Geprüft wird mit sehr kurzen Impulsen. Wo die Schicht geschlossen ist, passiert nichts - sie bleibt unverändert und muss nicht nachgearbeitet werden.
Prüfspannung, Prüfumfang und Ergebnis halten wir schriftlich fest. Das ist die Unterlage, die bei Abnahmen und Nachfragen verlangt wird.
Hintergrund
Beim Aufbringen einer Beschichtung entstehen Fehlstellen, ohne dass jemand einen Fehler macht. Lösemittel entweicht und hinterlässt einen feinen Kanal. An einer Kante zieht sich das Material zusammen und wird dünner als in der Fläche. Ein Staubkorn liegt im nassen Film und fällt später heraus. In einem Behälter, an einer Schweißnaht oder in einer Ecke bleibt eine Stelle einfach unerreicht.
Solche Stellen heißen Poren oder Pinholes. Sie sind meist kleiner als ein Nadelstich und auf einer gleichmäßig glänzenden Fläche mit bloßem Auge nicht zu finden. Für den Korrosionsschutz sind sie trotzdem entscheidend: An genau diesen Punkten kommt Feuchtigkeit an den Untergrund. Der Rost beginnt dann nicht an der Oberfläche, sondern unter der Beschichtung und arbeitet sich seitlich weiter. Bis er sichtbar wird - als Blase oder Abplatzung - hat er die Haftung auf einer Fläche zerstört, die ein Vielfaches der ursprünglichen Pore beträgt.
Auch eine Schichtdickenmessung hilft hier nur begrenzt. Sie sagt, wie dick die Schicht an einem Messpunkt ist - nicht, ob sie zwischen den Messpunkten geschlossen ist. Die Porenprüfung beantwortet genau diese zweite Frage, und sie beantwortet sie flächendeckend.

Verfahren
Das Verfahren nutzt eine einfache physikalische Eigenschaft: Eine intakte Beschichtung leitet keinen Strom, der Stahl darunter schon. Legt man eine hohe Spannung an, sucht sie sich den kürzesten Weg zum leitenden Untergrund - und den findet sie nur dort, wo die Schicht eine Lücke hat.
Praktisch sieht das so aus: Das Bauteil wird geerdet. Eine Elektrode - je nach Form des Bauteils eine Bürste, ein Gummiwischer oder eine Drahtspirale - wird mit gleichmäßigem Tempo über die Fläche geführt. Trifft sie eine Fehlstelle, springt ein sichtbarer Funke über, und das Gerät meldet das sofort - akustisch und zugleich optisch am Bedienfeld. Die Stelle wird markiert, ausgebessert und nachgeprüft.
Entscheidend ist die richtige Prüfspannung. Sie richtet sich nach der Schichtdicke: zu niedrig, und feine Poren bleiben unentdeckt; zu hoch, und die Prüfung schlägt sich selbst ein Loch in eine einwandfreie Schicht. Wir legen die Spannung deshalb vorab anhand des tatsächlichen Schichtaufbaus und der Vorgaben des Beschichtungsherstellers fest - und halten sie im Protokoll fest. International ist das Verfahren als Holiday-Test bekannt; „holiday" ist das englische Fachwort für die Fehlstelle in einer Beschichtung.

Unser Gerät
Wir prüfen mit einem ISOTEST® 4S - einem Porenprüfgerät der ELMED Dr. Ing. Mense GmbH. Das Gerät gehört uns und fährt mit auf die Baustelle; wir mieten es nicht und beauftragen dafür niemanden. Das ist der praktische Unterschied: Geprüft wird, sobald die Beschichtung fertig ist, und nicht erst, wenn ein Termin frei ist.
Die Wahl ist bewusst gefallen. ELMED baut seit Jahrzehnten nichts anderes als Prüftechnik für Beschichtungen und liefert dazu Elektroden, Zubehör, Wartung und Kalibrierung. Ein Gerät von einem spezialisierten Hersteller ist bei einer Messung, die später in einem Protokoll steht, mehr wert als ein günstiges Universalgerät.
Für Sie sind vor allem diese Eigenschaften von Bedeutung:
Gearbeitet wird mit Hochspannung. Zu jeder Prüfung gehören deshalb eine abgesperrte Arbeitszone, eine geprüfte Erdung und unterwiesenes Personal - besonders bei Prüfungen im Behälterinneren.
Produktfoto: ELMED Dr. Ing. Mense GmbH, Heiligenhaus. Wir setzen das Gerät ein, hergestellt wird es dort.

Zusammenhang
Korrosionsschutz ist eine Kette, und jedes Glied kann sie reißen lassen. Am Anfang steht die Untergrundvorbereitung - bei uns in der Regel Sandstrahlen nach Sa 2.5 oder, bei empfindlichen Oberflächen, Trockeneisstrahlen. Dann folgt der Schichtaufbau - an einem Behälter, an Rohrleitungen oder an Stahlbauteilen einer Anlage.
Was danach fehlt, ist der Beleg, dass das Ergebnis auch hält, was der Aufbau verspricht. Genau dort setzt die Porenprüfung an. Wir führen sie im Anschluss an eigene Beschichtungsarbeiten durch - auf Wunsch aber auch an Beschichtungen, die jemand anders aufgebracht hat, etwa vor einer Abnahme oder wenn es Zweifel an der Ausführung gibt.
Bewertet wird gegen Ihre Spezifikation oder gegen die Regelwerke, an die wir uns anlehnen - ISO 12944 für den allgemeinen Korrosionsschutz, NORSOK M-501 für erhöhte Anforderungen. Gehört zu Ihrem Vorhaben mehr als die reine Prüfung, finden Sie unter Beurteilung & Spezifikationen, was wir sonst noch messen und schriftlich festhalten.

Einsatzbereiche
Kurzinfo
Bei richtig gewählter Spannung nicht. Die Prüfimpulse sind sehr kurz, und wo die Schicht geschlossen ist, findet die Spannung keinen Weg zum Untergrund - es passiert schlicht nichts. Ein Schaden entsteht nur, wenn deutlich zu hoch geprüft wird. Deshalb leiten wir die Prüfspannung aus der gemessenen Schichtdicke und den Herstellerangaben ab und dokumentieren sie.
Das Verfahren setzt einen leitfähigen Untergrund unter einer nicht leitenden Beschichtung voraus - also den klassischen Fall: Beschichtung auf Stahl. Auf Beton, Mauerwerk oder Kunststoff ohne leitfähige Zwischenlage lässt es sich nicht anwenden. Dort arbeiten wir mit anderen Prüfmitteln; welche sinnvoll sind, klären wir vorab.
Dasselbe gilt für Dichtungsbahnen im Flachdach- oder Deponiebau: Geprüft werden kann, wenn unter der Bahn eine leitfähige Schicht liegt.
Auch die lassen sich prüfen. Das Gerät bietet dafür mehrere Erdungswege, unter anderem die sogenannte Phantomerdung. Damit ist keine freigelegte Metallstelle nötig - ein Punkt, der bei fertig ausgelieferten oder ummantelten Teilen häufig darüber entscheidet, ob überhaupt geprüft werden kann.
Ja. Das ist sogar ein häufiger Anlass - etwa vor einer Abnahme, bei Zweifeln an der Ausführung oder wenn ein Bauteil nach dem Transport auf Schäden geprüft werden soll. Wir prüfen dann neutral und übergeben das Protokoll. Ob und wie ausgebessert wird, entscheiden Sie.
Bauteil und Beschichtungssystem, die gemessene Schichtdicke, die gewählte Prüfspannung mit Begründung, der geprüfte Flächenumfang, Anzahl und Lage der Anzeigen sowie das Ergebnis der Nachprüfung an ausgebesserten Stellen. Auf Wunsch mit Fotodokumentation.
Das hängt von Fläche und Zugänglichkeit ab. Eine gut erreichbare Fläche ist zügig abgefahren; Zeit kosten enge Räume, viele Kanten und Schweißnähte sowie das Ausbessern samt Aushärtezeit vor der Nachprüfung. Bei eigenen Beschichtungsarbeiten planen wir die Prüfung direkt in den Ablauf ein - sie verlängert die Baustelle dann kaum.
Sagen Sie uns, um welches Bauteil und welchen Schichtaufbau es geht. Wir sagen Ihnen, ob eine Porenprüfung sinnvoll ist und was sie kostet.

Wir arbeiten nach den internationalen Normen ISO 12944 und NORSOK M-501.